Offene U ni am 28. April!

Heute mit zwei ganz besonderen Themen:

28.04.2010, 14:30, KTS
Kreative Antirepression

Kreative Antirepression will Menschen zu AkteurInnen machen und die weit verbreitete Ohnmacht durchbrechen. Es geht darum, Repression anzugreifen, zu demaskieren und lächerlich zu machen. Ziel ist es, offensive Strategien gegen Repression aller Art zu entwickeln und Mut zu machen, sich dieser immer wieder subversiv und kreativ entgegen zu stellen und eigene Ideen zu entwickeln. Das kann z.B. bedeuten, Repression bei der Planung von Aktionen mitzubedenken und – als wäre sie Teil eines Theaterstücks – vorab einzubauen. Dabei geht es nicht darum, die Gegenseite militärisch zu schlagen, d.h. darauf zu hoffen, durch zahlenmäßige Überlegenheit auch mal eine Polizeikette zu durchbrechen. In dieser Logik kann Staatlichkeit mit ihren fast unendlichen materiellen und personellen Ressourcen nur gewinnen. Spannender ist es, subversiv zu denken: Wie kann Repression gegen sich selbst gewendet, ins Leere laufen gelassen oder für andere Zwecke verwendet werden? Gegenüber hierarchischen (Polizei-)Apparaten sind Frechheit, Überraschung & Wendigkeit das „Gegengift“. Ein Schwerpunkt dieses Workshops wird außerdem der offensive und kreative Umgang mit Gerichtsprozessen sein. Auch hier ist das Ziel: Die Gegenseite mit ihren eigenen Mitteln – dem Recht zu schlagen, und nebenbei den Prozess zur Politisierung zu nutzen. Lieber ein Prozess als gar keine Aktion…

28.04.2010, 20:00. KTS
Fähigkeiten in kollektiver Selbstorganisation
Vortrag und Workshop.

Geht man der Vorstellung einer Gesellschaft nach, die sich ohne Geld und Hierarchien selbst organisiert, so wird deutlich, dass die Einzelnen eine Reihe von Fähigkeiten brauchen, wenn sie nicht überfordert aufgeben und zur jetzt bestehenden alten Gesellschaft zurückkehren möchten. Sich gemeinsam orientieren, mit Leichtigkeit und ohne Zwang tätig sein, Konflikte lösen, mit Sachverstand entscheiden und handeln will gekonnt sein. Dabei spielen emotionale, motivationale, soziale und fachliche Fähigkeiten eine Rolle. Wenn man die Verantwortung für sein Handeln im Bewusstsein über die eigene Sozialisation soweit möglich in die eigene Hand nimmt (sich emanzipiert), nicht mehr durch Hierarchiegefälle eingeschränkt ist, dann erhöht sich der Schwierigkeitsgrad des eigenen Handelns. Vor solchen neuen Anforderungen schrecken viele Menschen zurück. Welches Selbstorganisationspotenzial müsste also entfaltet werden, wenn man die bestehende Gesellschaft zu einer bedürfnisorientierten wandeln wollte? Nach der anschließenden Diskussion kann auf Wunsch ein Workshop für Interessierte angeboten werden.
Referent: Tom Novak.